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7. und 8. Lauf zum Seat Leon Supercopa 2006 (Sie sind hier: Sponsoring / Florian Gruber / Archiv 2006/ 7. und 8. Lauf zum Seat Leon Supercopa 2006)

7. und 8. Lauf zum SEAT Leon Supercopa 2006


Aham, 24.07.2006





SEAT Leon Supercopa auf dem Nürnberger Norisring:
Florian Gruber holt beim „Heimspiel“ die Tabellenführung

Aham (gb). Die Meisterschaftsläufe sieben und acht des SEAT Leon Supercopa 2006, ausgetragen am vergangenen Wochenende auf dem traditionsreichen Nürnberger Norisring, werden dem Ahamer Tourenwagenpiloten Florian Gruber als ganz „heiße“ in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen der tropischen Temperaturen. Der amtierende SEAT Leon Europa Champion sichert sich vor der neuerlichen Rekordkulisse mit mehr als 140.000 Zuschauern nach zwei dramatischen Läufen die inoffizielle „Halbzeitmeisterschaft“ und hat den bisherigen Sensationsmann Rene Rast zunächst auf den zweiten Platz verdrängt.

Angefeuert von den Mitgliedern seines Fanclubs zeigte Florian Gruber schon im freien Training am Freitag, dass auf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs am Nürnberger Dutzendteich mit ihm zu rechnen sein wird. Mit einer optimalen Fahrzeugabstimmung nahm er dann am Samstagmorgen das Qualifying unter die Räder. Das „Monaco der DTM“, wie Nürnberg wegen seiner einzigartigen Atmosphäre von den Rennsportenthusiasten genannt wird, machte seinem Ruf als „heißes Pflaster“ auch 2006 wieder alle Ehre: Zahlreiche Dreher, Feindberührungen und Kontakte mit den Begrenzungsmauern ließen schon das Qualifikationsrennen zu einem mitreißenden Motorsportspektakel werden. Florian Gruber behielt aber in dem „Backofen“ des Norisrings einen kühlen Kopf und sicherte sich mit einer Zeit von knapp unter 58 Sekunden für die 2,3 Kilometer den besten Startplatz.

Gegnern die Rücklichter gezeigt
Beim 1. Lauf des Wochenendes, den am Samstagnachmittag um 16 Uhr trotz Lufttemperaturen von weit mehr als 30 Grad ca. 30.000 Zuschauer von den aufgeheizten Steintribünen aus verfolgten, schien das Rennen vom Start weg perfekt für Florian Gruber zu laufen. Der Trainingsschnellste legte einen Bilderbuchstart auf den glühenden Asphalt und hatte nach den ersten beiden Runden bereits einen Vorsprung von mehr als zwei Sekunden. Für das Gesamtklassement günstig war auch, dass der bis dahin in der Meisterschaft führende Rene Rast einen schlechten Start und einen unrund laufenden Motor zu beklagen hatte. Er kämpfte sich auf Plätzen zwischen 10 und 15 um den Kurs, am Ende reichte es für Rang 10. Bis zur 17. von 29 zu fahrenden Runden hielt Gruber den Zweitplatzierten Mikka Heino aus Finnland souverän in Schach und zeigte dem gesamten Feld die Rücklichter. Doch dann begann das Unheil! Plötzlich überhitzte, wie so viele andere „Rennlöwen“ an diesem Tag, auch der Leon von Gruber und die Getriebeelektronik machte mit ihrem Notprogramm das Schalten zu einer Lotterie. Innerhalb von nur eineinhalb Runden wurde Gruber bis auf den vierten Platz durchgereicht. Dass er diesen bis zum Ende halten konnte, war zwar mit Blick auf die Tabelle eine gelungene Schadensbegrenzung, jedoch kein Trost für einen Racer wie Florian Gruber. Selbst Kenner der Szene waren sich nicht ganz sicher, ob der hochrote Kopf mehr Zeichen der Hitzebelastung oder mehr der Wut war.

Rehabilitation am Sonntag
Am Sonntagmorgen beim zweiten Lauf war es zwar nicht ganz so heiß, doch sorgte die schwüle Luft in den Cockpits erneut für Saunaklima. Florian Gruber, zu dessen „Heimspiel“ am Sonntag auch Ahams Bürgermeisterin Elisabeth Kobold angereist war, brannte auf Wieder-gutmachung. Nachdem die ersten acht Startplätze in umgekehrter Reihenfolge zum Zieleinlauf des Vortages vergeben wurden, fand sich Gruber am Sonntag auf dem fünften Startplatz. Teamkollege Thomas Marschall nahm das Rennen von Position 2 aus in Angriff, ging aber gleich beim Start an Christina Surer vorbei an die Spitze. Auch Gruber erwischte wieder einen grandiosen Start und kam aus der Startrunde als Zweiter hinter Marschall zurück. Wie ein D-Zug eilten die beiden Piloten von Fischer-Racing an der Spitze über den Kurs, während es im hinteren Feld wieder heftige Gefechte und Schubser gab. Einer, der bei dieser Hitzeschlacht auch ebenfalls cool wie ein Eisblock blieb, war Rene Rast. Er war von Platz 10 aus in Rennen gegangen und hatte wenig realistische Aussichten auf einen Podestplatz. In der Realität sah es allerdings so aus, dass es er sich heimlich, still und leise durch das Feld arbeitete und Platz für Platz gut machen konnte. Plötzlich tauchte er in den letzten Rennminuten im Rückspiegel von Gruber auf und machte dem das Leben zunehmend unangenehmer. Hinzu kam, dass das Getriebe in Grubers Leon wieder zu haken anfing. Doch dieses Mal hatte der Niederbayer das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite und sah hinter Marschall, aber vor Rast, die Zielflagge. Damit hatte die Startnummer drei die drei gesteckten Ziele für dieses Wochenende erreicht: Die Fans und Bürgermeisterin Kobold begeistern, Rene Rast bezwingen und die Tabellenführung holen. Gruber liegt zur Halbzeit der Saison mit 99 Punkten knapp vor Rene Rast, der es auf 95 Zähler bringt.

Rennstress und TV-Interviews
Auch abseits der Rennpiste und der Wertungsläufe hatte Florian Gruber bei seinem Heimrennen mächtig viel zu tun. Neben den willkommenen Besuchen seines Fanclubs und von Bürgermeisterin Kobold gab es für Florian Gruber einige TV-Termine zu absolvieren, denn der sympathische Niederbayer war als „Lokalmatador“ in Nürnberg begehrter Gesprächspartner von Fernsehreportern. Die Fernsehsender DSF und RTL zeichneten Kurzportraits auf, SAT1 stellte intensiv Fragen zum Thema „Faszination der Geschwindigkeit“. Zusammen mit dem Sportmediziner Dr. Ulrich Boenisch von der Hessingpark-Clinic in Augsburg, an deren Trainingszentrum sich „Flo“ Gruber immer wieder mit speziellen Trainingseinheiten den letzten Schliff holt, beantwortete er die Fragen von SAT1-Redakteur Thomas Buchheit. Ausgestrahlt werden soll der Beitrag am Samstag, 05. August, um 17 Uhr in der Sendung „Automagazin“. Mit den erreichten Ergebnissen und den vielen Presseterminen hätte Gruber das Wochenende als „sehr zufriedenstellend“ abhaken können. Allerdings stellte sich bei der ersten Inaugenscheinnahme des Wagens nach dem Lauf am Sonntag heraus, dass die Getriebeprobleme keine faule Ausrede waren, sondern dass wirklich ein komplett neues Getriebe für den Rennlöwen fällig sein wird. „Das tut weh“, meinte „Flo“ Gruber knapp und bekam wieder diese vom Samstag her bekannte Gesichtsfarbe, die nichts Gutes vermuten ließ.


Bildunterschrift:
Lautstarke Unterstützung erhielt Florian Gruber bei seinem „Heimrennen“ auf dem Norisring von den Mitgliedern seines Fanclubs und Bürgermeisterin Kobold (Foto: Boenisch Consulting).

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